01.06.2018 | Stephan Bals | 9 min Lesezeit
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Arbeit 4.0 – Leader­ship der Zukunft

Die traditionelle Arbeitswelt befindet sich in einem rasanten Wandel. Vergangene Überzeugungen und Arbeitsmodelle, wie beispielsweise vorgeschriebene Arbeitszeiten und Anwesenheiten, ein fester Arbeitsplatz, definierte Arbeitsplatzausstattung und Technologien, E-Mail als Kommunikationsmedium Nummer 1, reglementierte Karrierewege, bis hin zu klaren Hierarchien und Strukturen gehören der Vergangenheit an. Unabhängig von Ort und Zeit, mit den eigenen Geräten und Technologien zu arbeiten, moderne Kollaborationstechnologien anzuwenden, den eigenen Karriereweg zu skizzieren, in Teams adaptiv zu lernen, Informationen transparent zu teilen oder das Ergebnis in den Vordergrund zu stellen und nicht den Weg dorthin, sind Arbeitsmodelle der Zukunft.

Das Tempo steigt von Jahr zu Jahr

Die Arbeitswelt wird immer schnelllebiger, kaum mehr Luft zum Verschnaufen, nur wenige Gelegenheiten, um die eigene Strategie neu zu justieren. Alles muss ohne Zeitverlust geschehen, Projektmeilensteine haben eine kürzere Halbwertsdauer als die geplante Zeit für die Zielerreichung, eine maximal agile Vorgehensweise wird flächendeckend gefordert.

Nicht zuletzt sind digitale Geschäftsmodelle, Mobilität, Smartphones, Technologien wie Big Data, Data Analytics oder AI wesentliche Verursacher und Treiber unserer neuen “always on” Philosophie. Sie bohrt sich schleichend von Tag zu Tag immer mehr in unsere Arbeitswelt, macht keinen Halt vor unserer Privatsphäre und hat beide Welten längst verschmelzen lassen.

Kurzum, wer glaubt dieser Tatsache zu entkommen oder sich erfolgreich dagegen zu stellen, hat bereits verloren. Wer klug ist, beschäftigt sich intensiv mit den Vor- und Nachteilen und passt seine Unternehmung, sprich die Prozesse, Organisation und Kultur den neuen Rahmenbedingungen an. Wer schnell und klug adaptiert, nicht versucht dagegen zu arbeiten, Vorteile für sein Unternehmen identifiziert und Strukturen anpasst, schafft Mehrwert für sein Unternehmen.

Was bedeutet ``Arbeit 4.0`` konkret für die Arbeits­weise in der digatus Gruppe?

Um diese Frage umfänglich zu beantworten, muss man verstanden haben, dass die oben skizzierte Entwicklung vor allem einen großen Vorteil für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat. Diese werden wesentlich mehr und aktiver in die Gestaltung der neuen Arbeitskultur eingebunden und können dadurch sehr aktiv und modular auf die Arbeitsumgebung Einfluss nehmen.

Chef ist kein Experte mehr, zukünftig ist der Chef Team­player

Die Tatsache, dass der Chef alles weiß und besser weiß als seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist längst vorbei. Zu komplex sind mittlerweile die Sachverhalte, zu schnell die Veränderungszyklen, zu disruptiv jede einzelne Veränderung.

Die Rolle Chef, Vorgesetzter, Manager – wie man diese auch immer bezeichnen möchte – ändert sich grundlegend. Der Chef von morgen muss Teams bilden, Teams formen, Mitarbeiter entwickeln, Leistungsträger coachen und sie dabei unterstützen, Höchstleistungen zu bringen. Die Herausforderung besteht unter Anderem darin, dies im Kontext der neuen, bereits oben skizzierten, Arbeitsstrukturen zu schaffen. Auch gehört dazu, dass er optimale Rahmenbedingungen schafft und pflegt und kontinuierlich daran arbeitet diese stets zu optimieren.

Augenhöhe ist die neue kulturelle Maxime

Der Chef agiert als Kollegin oder Kollege, vertritt den eigenen Fach-, Kompetenzbereich und akzeptiert, dass andere Fach- oder Kompetenzbereiche von Kollegen vertreten werden. Wichtig werden in diesen Konstellationen vor allem Teambuilding, Vertrauen und eine konstruktive Diskussionskultur. Es geht ausschließlich und nur noch um die Sache, abseits von Hierarchie und Position. Entschieden wird nach Fakten und Tatsachen, unabhängig wer diese formuliert und erarbeitet hat. Unabhängig ob Junior oder Senior, ob Chef oder nicht Chef, jeder wird gehört, jeder darf sich einbringen.

Digitaler Arbeits­platz schafft Geschwindig­keit und Freiheit

Die neuen technologischen Möglichkeiten erlauben es unabhängig von Zeit und Ort zu arbeiten und schaffen dadurch für Unternehmen maximale Verfügbarkeit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Alle sind nahezu immer verfüg- und erreichbar. Selbstverständlichkeiten wie Anwesenheiten, geregelte Arbeitszeiten, klare Zuordnung einzelner, weniger Themen, persönliches Miteinander und vieles mehr, rücken in den Hintergrund.

Ergänzend ermöglicht es der mobile und digitale Arbeitsplatz effizient, transparent und in Echtzeit in Teams zu arbeiten, schnell und unbürokratisch zu kommunizieren, sowie Anforderungen schnell zu bearbeiten, idealerweise schneller als der Wettbewerb.

Wer diese Seite der Medaille nutzt, der muss seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch zwingend die dadurch entstehende Flexibilität zugestehen.

“Always on” kann bedeuten, dass die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter bereits am Donnerstag mit der Familie in den Urlaub nach Italien fährt und vom Campingplatz aus die notwendigen Arbeiten, Telefonate etc. erledigt, anschließend den Laptop zuklappt und sofort im Italienurlaub ist.

Ohne diese technischen Möglichkeiten werden Unternehmen übermorgen schlicht nicht mehr die geforderte Geschwindigkeit halten können.

Für die eigenen Mitarbeiter ein produktives Arbeits­umfeld zu schaffen und eine gute Atmos­phäre zu erzeugen, sind für mich entscheidende Führungs­qualitäten und zeichnen das Leadership von morgen aus.
Vorstandsvorsitzender Stephan Bals von digatus
Stephan Bals
digatus Vorstandsvorsitzender

Der Manager von heute, ist morgen Unternehmer

Bekannte Manager-Allüren sind passé. Der Manager muss nicht nur Anweisungen exekutieren, sondern sich zukünftig deutlich teamorientierter überlegen, wie er seine Anweisungen umsetzt und Ziele erreicht.

Das bekannte Muster, Ziele von oben vorgegeben zu bekommen und nach unten durch zu delegieren, hat ausgedient. Kreativität ist gefragt, Teams werden erfolgsentscheidend!

Zukünftig muss der Manager motivieren, begeistern, coachen, in den richtigen Momenten natürlich auch führen, den Ressourceneinsatz stets im Blick haben. Er muss zukünftig also deutlich mehr für seinen Erfolg unternehmen.

Spaß und Eigen­verantwortung schaffen Motivation

Diese Entwicklung schafft signifikant mehr Gestaltungs- und Handlungsspielraum, sowie Freiräume für mehr Kreativität und Selbstverwirklichung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Aufgaben und Verantwortung werden auf unterschiedlichen Expertenschultern verteilt, wodurch die Eigenverantwortung steigt. Je selbständiger Aufgaben bearbeitet werden dürfen, je mehr Kreativität zugelassen wird, je mehr Augenhöhe gelebt wird und umso mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Ideen und Ansätze umgesetzt sehen, umso mehr Spaß entsteht!

Spaß beflügelt und motiviert und ist letztlich langfristiger Motor für ein erfolgreiches Unternehmen!

Stephan Bals

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