digatus Tag des Systemadministrators
26.07.2019 | Björn Beck | 7 min Lesezeit
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Interview zum Tag des System­administrators

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Der letzte Freitag im Juli ist bereits seit dem Jahr 2000 den Systemadministratoren gewidmet und bietet Anlass, um ihnen für ihren unermüdlichen Einsatz und ihre nahezu grenzenlose Geduld zu danken. Zu diesem Anlass haben wir einen unserer Sysadmins zu seinem Arbeitsalltag, häufigen Nutzeranfragen und kuriosen Problemen befragt.

Worum geht es bei diesem Tag?

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Ins Leben gerufen wurde der Tag des Systemadmins von dem Amerikaner Ted Kekatos. Inspiriert wurde er dazu von einer Printanzeige, in welcher sich Mitarbeiter eines Unternehmens bei ihrem Systemadministrator für die Drucker-Installation mit Obstkörben und Blumen bedankten. In Anlehnung an den amerikanischen Secretary´s Day an jedem Mittwoch der letzten vollen Woche im April, entstand daraufhin der System Administrator Appreciation Day.
Systemadministratoren sorgen täglich dafür, dass sämtliche Systeme im Unternehmen möglichst reibungslos laufen und agieren dabei meist im Hintergrund. Da die Anwender sich meistens nur an sie wenden, wenn etwas nicht mehr funktioniert, würdigt der Gedenktag die unermüdliche Arbeit der Systemadministratoren.

Interview mit Björn Beck

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Was zeichnet einen guten Systemadmin aus?
Es gibt nicht DEN Skill, den ein Systemadministrator mitbringen muss. Mein Bereich zum Beispiel umfasst aktuell vor allem Linux Systeme und die Administration unserer Firewalls. Genauso kann es aber sein, dass man sich auf Windowssysteme, Office 365 Themen oder DevOps spezialisiert. Generell sollte man für den Job natürlich eine gewisse Affinität für Computersysteme mitbringen und Spaß daran haben Probleme zu lösen. Da sie meistens Auswirkungen auf den Arbeitsalltag haben, erhalten sämtliche Probleme aus Anwendersicht stets höchste Priorität. Entsprechend sind neben den fachlichen Fähigkeiten vor allem viel Geduld und Verständnis gefragt, also ein offenes Ohr für die Belange der Anwender.

Außerdem sollte man auch bereit für Nachtarbeit sein, denn einmal im Quartal finden beispielsweise sogenannte Patch Nights statt. An diesen Abenden sitzt das Team gemeinsam zusammen, bestellt üblicherweise Pizza und installiert Updates und Patches – daher der Name – auf den Kundensystemen. Diese Patch Nights sind vertraglich festgelegt und eng mit den Kunden abgestimmt. Damit der Ausfall von wichtigen Diensten möglichst gering gehalten wird, finden diese eben in der Nacht statt. Bei diesen Patch Nights herrscht eine allgemein sehr lockere Atmosphäre und meiner Meinung nach schweißen sie das Team noch besser zusammen.

 

Was sind typische Problemstellungen und -beschreibungen, die dir in deinem Alltag begegnen?
Ganz typische Aufgaben sind zum Beispiel:
• Das Passwort wurde vergessen und muss wieder zurückgesetzt werden
• Ein User hat keine Netzverbindung mehr
• Ein Server ist nicht mehr erreichbar
• Die Festplatte des PCs oder Laptops ist voll

Gelegentlich erhält man dann auch einen Anruf mit Problembeschreibungen wie „Ich habe nichts anderes gemacht als sonst.“ Beim Auswerten von Log-Dateien oder bei der genauen Durchsprache der vorangegangenen Klicks kommt dann aber doch des Öfteren heraus, dass der User beispielsweise eine Fehlermeldung unachtsam mit „Ja“ oder „OK“ einfach weggeklickt hat. Besonders kritisch wird das beim Löschen von Dateien, Ordnern oder ganzen Laufwerken: „Möchten Sie das Laufwerk wirklich formatieren?“ – „Ja“ – „Das kann einen Datenverlust nach sich ziehen“ – „OK“.

 

Welche Anfragen hörst du am häufigsten und wie geht der Prozess dann weiter?
Besonders oft werde ich zum Beispiel gefragt: Kannst du mir bitte einen neuen Server aufsetzen? Kannst du für mich eine neue Route auf der Firewall freischalten? Ich will mir einen neuen PC kaufen, kannst du mir dafür etwas empfehlen?

Der zentrale Anlaufpunkt für das Erfassen von Problemen oder Anfragen ist unser Ticketsystem. Erhalten wir die Anfrage per E-Mail über unser Supportpostfach, so erfolgt die automatische Erstellung eines Tickets. Auch bei persönlicher Ansprache oder einem Telefonanruf erfassen wir an dieser Stelle sämtliche Informationen. Dadurch ist für jeden, der an dem Ticket arbeitet, sofort ersichtlich, warum zum Beispiel welches Paket installiert wurde oder warum es eine Freigabe auf der Firewall gibt, mit der man im ersten Moment nichts anfangen kann. Bei Kundenthemen geht es zusätzlich auch um die Dokumentation der Arbeitszeit und damit auch um die korrekte und genaue Abrechnung.

 

In deinem Beruf stößt man doch bestimmt häufiger auf kuriose Probleme. Hast du für uns ein paar gute Beispiele?
Tatsächlich rief mich mal ein Bekannter an mit der Aussage er habe das Internet gelöscht. Letztendlich hatte er jedoch nur die Verknüpfung zum Internet Explorer von seinem Desktop gelöscht.
Vor einiger Zeit hatten wir bei einem Kunden das Problem, dass es einen Virenbefall im Netzwerk gab. Bei der Recherche stellte sich dann heraus, dass ein Mitarbeiter eine vermeintliche Rechnung von einem Telefonanbieter geöffnet hatte, bei welchem er gar keinen Vertrag hatte. Trotz mehrfacher Warnungen des Systems, dass es sich bei der Datei vermutlich um einen Virus handelt, öffnete der Mitarbeiter die Datei trotzdem. Das hat im Endeffekt dazu geführt, dass sich die Serversysteme des Kunden infiziert hatten.
Ganz neue Einsatzmöglichkeiten des PCs konnte einmal einer meiner Kollegen entdecken. Er wurde von einem User angerufen, weil dessen Tassenablage kaputt sei. Tatsächlich stellte sich dann heraus, dass die vermeintliche Tassenablage in Wirklichkeit das CD-Laufwerk war, welches sich nicht mehr öffnen ließ.

 

Was können User tun, um ihren Admins eine Freude zu machen?
Zum Beispiel mit möglichst detaillierten und präzise verfassten Anfragen. Statt „Ich kann nicht mehr ins Internet“ also besser „Mein PC-Name ist XY, ich kann seit gestern nicht mehr auf das Internet zugreifen“. Am besten auch gleich einen Screenshot mit der angezeigten Fehlermeldung anhängen. Das erleichtert uns die Fehlersuche erheblich, wodurch wir den Anwendern auch schneller helfen können – win win.

 

Vielen Dank Björn für diese interessanten Einblicke in den Arbeitsalltag!

Happy System Administrator Appreciation Day!

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Nehmen wir uns doch alle diesen Gedenktag zum Anlass, um die Arbeit der Systemadministratoren das ganze Jahr über mehr zu schätzen und zu würdigen und ihnen vielleicht auch etwas das Leben zu erleichtern. In diesem Sinne sagen wir Björn und all unseren Systemadmins ein ganz herzliches DANKE und wünschen ihnen einen schönen SysAdminDay!

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Björn Beck

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