Jetzt von AngularJS zu Angular wechseln
14.07.2020 | Simon Paesler | 6 min Lesezeit
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Jetzt von AngularJS auf Angular wechseln!

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Der Support für das AngularJS Framework zur Entwicklung von Webanwendungen und Apps, auch bekannt als Angular 1, läuft 2021 aus. Application Owner, deren Teams noch AngularJS in ihren Anwendungen verwenden, sollten sich also bereits heute Gedanken über die Zukunft machen und ihre Projekte bald aktualisieren.

Seit im Jahr 2016 Angular 2 veröffentlicht wurde, ist es still um den Vorgänger geworden. Nun kündigte das AngularJS-Team an, dass in diesem Jahr mit dem Release-Zyklus 1.8 eine letzte LTS-Version (Long Term Support) veröffentlicht werden soll, bevor das Framework schließlich ab 2021 auf einer schönen Farm der Bits und Bytes seinen Lebensabend verbringen wird. Am 4. Juni wurde die finale Version ausgeliefert, welche nun in den LTS-Status, also die Langzeitunterstützung, wechselt. Neue Features und signifikante Sicherheitsupdates können dann allerdings nicht mehr erwartet werden.
Um also weiterhin auf dem neusten Stand zu sein und sich durch den auslaufenden Support langfristig nicht angreifbar zu machen, sollten Unternehmen einen Blick auf ihre Softwareprojekte und Anwendungen werfen, die noch über AngularJS laufen und einen Wechsel in Betracht ziehen.

Allgemeines über Angular

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Angular ist ein clientseitiges JavaScript Framework zur Entwicklung von Webanwendungen. Es wurde von Google entwickelt, in der Programmiersprache TypeScript geschrieben und 2010 das erste Mal veröffentlicht. Zum Einsatz kommt das Angular Framework bereits branchenübergreifend auf vielen Websites, wie beispielsweise der Microsoft Support Seite.
Es bietet in Verbindung mit HTML und CSS eine komfortable Möglichkeit, Single-Page-Applications zu implementieren. Dank modularem Aufbau ist es auch bei größeren Projekten, entsprechende Programmierung vorausgesetzt, noch übersichtlich und einfach zu verwenden.
Einer der vielen Vorteile des Frameworks ist die Wiederverwendbarkeit von Code für Web, Mobile Apps und Native Desktop Apps. Angular wird unter der MIT-License veröffentlicht und ist inzwischen bei Version 9 angekommen (Stand Juni 2020). Die Major Updates erfolgen im Abstand von sechs Monaten und legen meist den Fokus auf die Reduzierung der Applikationsgröße, wodurch auch Verbesserungen in der Geschwindigkeit einhergehen.

Wo liegen die Unterschiede zwischen AngularJS und Angular 9?

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Angular ist der Name für aktuelle und zukünftige Versionen von Angular. Alle 1.x Versionen von Angular laufen unter der Bezeichnung AngularJS.
Ein wesentlicher Kernunterschied in der Struktur des Frameworks liegt im Aufbau der Anwendung. Eine Angular-Applikation wird in Components aufgeschlüsselt und beinhaltet keine eigenständigen Controller oder Directives mit Templates mehr. Components können wiederum Child-Components enthalten und erlauben somit die Funktionalität in kleine, gut wartbare und wiederverwendbare Container zu verschachteln.

Unterschiede zwischen AngularJS und Angular

Die Highlights von AngularJS:

  • JavaScript Framework für dynamische Webapplikationen
  • Konzipiert für Entwicklung von Single-Page-Apps
  • Entwickelt von Google und dort im Produktiveinsatz
  • Open-Source-Projekt (seit 2009)
  • MVC/MVVM-Framework mit Unterstützung von bidirektionalem Databinding
  • Fokus auf Testbarkeit

Die Highlights von Angular

  • Modularität (führt zu einer leichteren und schnelleren Kernanwendung, dynamischem Laden, einer asynchronen Vorlagenkompilierung und zusätzlicher Unterstützung für reaktive Programmierung)
  • Neueste Version des Frameworks AngularJS
  • Komplette Neuentwicklung, trotzdem Übernahme vieler Konzepte aus AngularJS
  • Plattform für die Entwicklung von Web-, Desktop- und Mobile-Anwendungen
  • Weiterentwicklung durch 30-Kopf-starkes Team bei Google
  • Fokus auf professioneller Web-Entwicklung für Enterprise-Anwendungen

Wie ist die Vorgehensweise beim Update von AngularJS auf Angular 9?

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Eines der Kernelemente beim Upgrade ist eine inkrementelle Vorgehensweise. So können z.B. beide Frameworks in derselben Anwendung nebeneinander genutzt und AngularJS-Komponenten nacheinander zu Angular-Komponenten migriert werden. Dies ermöglicht es, auch große und komplexe Anwendungen über einen größeren Zeitraum upzugraden, ohne dabei die Features des Programms einzuschränken. Das Upgrade-Modul von Angular wurde für einen nahtlosen, inkrementellen Übergang konzipiert.
Ein wichtiger Punkt, den es beim Update zu beachten gilt, ist die Ausgangsversion der AngularJS Applikation.

AngularJS Version > 1.5
Ab AngularJS 1.5 können bereits Components erstellt werden, die maßgeblich wichtig sind für die Migration. Besteht die Logik bereits aus Components, ist der größte Teil der Migration schon erledigt.

AngularJS Version < 1.5
Sollte die Applikation noch mit Directives oder reinen Controllers arbeiten, muss an diesen Stellen auf Components umgestiegen werden. Der Aufwand dieses Schrittes ist durchaus beachtlich und sollte nicht unterschätzt werden. Eventuell macht hier auch einfach eine Neuentwicklung der Applikation Sinn.

Angular Versionen

Weitere Schritte

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Besteht die Applikation nun also aus Components, müssen für ein komplettes Upgrade noch weitere Schritte durchgeführt werden, auf die im Folgenden nicht näher eingegangen wird, da sie Umfang deutlich kleiner sind als die Migration auf Components.

 

  1. Einführung eines Module-Loaders wie Webpack, SystemJS oder Browserify, um Module aus ES2015 (EcmaScript) zu verwenden
  2. Migration zu TypeScript
  3. Ausführen des „ng-upgrade“-Befehls, um npm-Pakete auf den neuesten Stand zu bringen

Fazit

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Die neue Angular Version bietet Entwicklungsteams viele neue Features, um die Entwicklung und Testbarkeit stark zu erleichtern und zu beschleunigen. Davon profitieren natürlich auch maßgeblich die Nutzer, beispielsweise durch die erhöhte Geschwindigkeit der Anwendungen.
Ob für das Upgrade die Applikationen nun lediglich migriert oder gänzlich neu entwickelt werden, bleibt jedem selbst überlassen. Oftmals macht eine Neuentwicklung jedoch mehr Sinn, da hier der Fokus verstärkt auf aktuelle Wunschfeatures gelegt werden kann und mögliche Unzulänglichkeiten der Anwendung im gleichen Zuge ausgebessert werden können. Fakt ist aber, für die Entwicklung moderner und sicherer Webanwendungen ist das Upgraden unerlässlich.

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Simon Paesler

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