MVP analysiert
05.11.2018 | Daniel Bäumler | 6 min Lesezeit
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MVP analysiert: Feedback generieren und daraus lernen

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Minimum Viable Products (MVPs) können nur dann ihr volles Potential ausschöpfen, wenn sie stetig verbessert und an die Kundenwünsche angepasst werden. Dazu ist es notwendig, die Bedürfnisse der Nutzer durch umfassende Analysen zu ermitteln und aus den gewonnenen Erkenntnissen nachhaltig zu lernen.

Wie gelangt man an die relevanten Daten?

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Um möglichst viele verschiedene Informationen zu erhalten, ist es sinnvoll, mehrere Methoden parallel einzusetzen und zu kombinieren. Welche dabei am effizientesten sind, hängt stark von der jeweiligen Ziel- bzw. Testgruppe ab.

Bereits vor dem öffentlichen Release des Produkts kann man Feedback sammeln, indem man erste Testgruppen bildet. Dabei kann es sich sowohl um firmeninterne Releases als auch um externe Testgruppen handeln. Ist jedem Teilnehmer bewusst, dass es sich um eine Testgruppe handelt, steigen die Chancen auf gutes und ausführliches Feedback. Außerdem steigert die klare Kommunikation die Akzeptanz von eventuellen Fehlern oder fehlenden Inhalten.

Besonders wertvoll und ein wichtiger Aspekt für die Entwicklung des MVP ist das direkte Feedback der Nutzer, denn es spiegelt deren tatsächliches Verhalten und die genauen Bedürfnisse wider. Um an diese wichtigen Informationen zu gelangen, gibt es drei wesentliche Herangehensweisen: Interviews, Umfragen und Usability-Tests.

Persönliche Interviews mit ausgewählten Testpersonen geben tiefgreifende Aufschlüsse die Bedürfnisse die Zielgruppe: Wie denken sie über das MVP? Wie wichtig sind ihnen bestimmte Features? Sind alle Funktionen selbsterklärend? Diese und weitere Fragen können auch durch regelmäßige Nutzer-Umfragen beantwortet werden. Um dabei eine möglichst hohe Beteiligung zu erreichen, sollte man nur wenige kurze Fragen stellen und die Teilnahme möglichst einfach gestalten. Das gelingt beispielsweise durch die direkte Integration der Umfrage in das MVP, falls es sich zum Beispiel um eine App oder Landingpage handelt.

Wie MVPs von den Kunden genutzt werden, zeigen experimentelle Usability-Tests. Dabei führen Testpersonen aus der Zielgruppe konkrete Aufgaben mit dem Produkt durch und werden dabei beobachtet. Dadurch lässt sich feststellen ob sie die wesentlichen Funktionen problemlos nutzen können oder ob sie dazu Hilfe benötigen. Verhalten sie sich auch wie erwartet? Um die Analyse noch zu optimieren, empfiehlt sich bei Websites, Apps oder Software auch zusätzlich der Einsatz von Eye Tracking. Während des Usability-Tests wird der Blickverlauf der Testpersonen aufgezeichnet, um herauszufinden welche Bereiche wie oft, wie lange und in welcher Reihenfolge betrachtet werden. Anhand dieser Daten lassen sich Heatmaps erstellen, welche aufzeigen was genau von den Nutzern wahrgenommen wird und was nicht.

Daneben empfiehlt sich auch der Einsatz von Web- und Performanceanalysen. Im Gegensatz zum oben beschriebenen Versuchsaufbau wird die tatsächliche Nutzung des MVPs analysiert. Dabei wird das Verhalten von Websitebesuchern, App- oder Softwarenutzern erfasst und durch wichtige Kennzahlen (Key Performance Indicators) veranschaulicht. Sie geben unter anderem Aufschluss über das Klickverhalten, Suchanfragen, Verweildauer oder auch die genutzte Hard- und Software.

Aus Informationen werden Maßnahmen

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Nachdem die Daten gesammelt wurden geht es darum, sie sorgfältig auszuwerten und zu interpretieren. Diese Analysen helfen dabei, die vorher aufgestellten Hypothesen entweder zu bestätigen oder zu entkräftigen. Je nach eingesetzter Methode lassen sich dadurch zahlreiche Rückschlüsse auf die getesteten Vertriebskanäle, das genaue Kundenverhalten und die gewünschte Zielgruppe ziehen. Fließen diese wertvollen Erkenntnisse dann in die kommenden Entwicklungszyklen ein, ermöglicht das die gezielte Anpassung des MVPs an die Wünsche und Anforderungen der Kunden. Im Idealfall zeigen die fortlaufenden Analysen im weiteren Prozessverlauf, wie sich das Produkt mit jedem neuen Release anhand der Bedürfnisse der Zielgruppe verbessert.

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Daniel Bäumler

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